Querdenkender Webworker mit WordPress-Affinität

Zweisprachig gleich zweigleisig?

Ich hatte eigentlich nicht vor, einen flachen Witz aus der Hüfte zu zaubern, aber ich sage lieber gleich mit an, dass es sich hier nicht um irgendwelche zweideutigen Aussagen handelt. Der Auslöser für diesen Post ist, dass ich in wenigen Tagen auf 5 Jahre Leben und Arbeiten in Italien zurückblicken kann. Inzwischen fühle ich mich auch sehr viel sicherer, was meine sprachlichen Fähigkeiten anbelangt. Vermutlich, weil sich mein Umfeld immer öfter auch anerkennend dahingehend äußert. Das führte schließlich dazu, dass ich den italienischen Bereich dieser Website, den ich bis vor wenigen Wochen eher stiefmütterlich behandelt hatte, noch einmal genauer betrachtet und überarbeitet habe. Außerdem habe ich damit begonnen, einige aktuellere Artikel ins Italienische zu übersetzen und diese dann auch zu posten.

Der Vorgang hört sich vielleicht ganz simpel an, aber es ist nicht so einfach. Wenn man kein Muttersprachler ist, kann man in den übersetzten Texten – auch wenn das Sprachniveau schon etwas höher ist – ganz ungewollt ziemlich grossen Quatsch von sich geben, wenn es niemanden gibt, der den Text noch einmal liest und gegebenenfalls korrigiert. In diesem speziellen Fall muss meine Frau regelmäßig “daran glauben”, (vor allem) weil sie als Lehrerin und Übersetzerin arbeitet. Allerdings haben es Muttersprachler auch nicht sehr viel leichter, wenn es sich um Texte aus einem Bereich handelt, der nicht zu ihrem Spezialgebiet gehört.

Eine ganz andere Front ist die Mehrsprachigkeit der Website. Wer hier schon länger liest weiß, dass ich das Plugin WPML dafür einsetze. Trotz einiger Problem habe ich mich noch nicht von dieser Lösung getrennt, auch wenn es seit der Einführung von WordPress 3 die Multisite-Variante gibt, die – mit einem Plugin, das die Beziehung zwischen den Übersetzungen herstellt – eine Lösung sein könnte. Aber hier werde ich wohl auch in der nächsten Zeit die Füße stillhalten, weil ich noch keine Ahnung habe, ob ich mir damit nicht noch mehr Probleme einhandle, wenn ich beispielsweise an die Problematik “WordPress und Speicherhunger” denke.

Unabhängig von der Lösung, für die man sich letzten Endes entscheidend, ist das Endergebnis aber prinzipiell immer gleich: Man betreibt eigentlich einen Blog bzw. eine Website pro Sprache. Artikelliste, Archive, Suchergebnisse, Feeds usw. sind fein säuberlich von einander getrennt. Das macht auch Sinn. Wer den deutschen Feed abonniert, ist vermutlich nur mäßig oder gar nicht an den italienischen Contents interessiert und umgekehrt. Andererseits ergibt sich dadurch ein ganz anderes Problem. Wie kann ich genug Aufmerksamkeit für die beide Versionen in ihrer jeweiligen Blogosphäre erhalten.

Inzwischen ist wohl klar, dass der Erfolg eines Blogs auch stark von der eigenen Präsenz und der Vernetzung in den Social Networks abhängt. Persönlich nutze ich vorrangig Friendfeed, Twitter und Facebook. Neben direkten Tweets bzw. Statusmeldungen, die ich als sehr wichtig ansehe, lasse ich meine RSS-Feeds von Friendfeed an Twitter weiterleiten oder mittels Application an meine Pinnwand oder auf eine Fanpage bei Facebook schreiben. Genau hier beginnt das Problem und mein Zweifel: Ich sehe die genannten Social-Network-Accounts eher auf die Person als auf ein Projekt bezogen an, was dazu führt, dass sich meine mehrsprachigen Contents dort wieder mischen.

Wie handhabt ihr das? Oder wie würdet ihr das lösen? Lohnt sich der Mehraufwand mit mehreren Accounts bei den Social Networks? Oder ist das letztlich OK so bzw. völlig egal?

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Kommentare

  1. Glückwunsch zu deinem 5-jährigen Jubiläum (wenn man das so nennen darf/kann xD) in Italien. :D

    Ou ja, ich weiß was du mit dem Übersetzen meinst, das Übersetzen ist mehr Arbeit, als das Schreiben des Textes in seiner Muttersprache. :/
    Ich betreibe meinen Blog zwar nicht zweisprachig, bekomm’ derzeit kaum deutsche Artikel auf die Reihe, wegen Zeitmangel. -.-‘

    Wegen den Social Networks, auf Facebook würde ich das an deiner Stelle mit Fanseiten lösen…
    realloc IT, wo du den italienischen Feed posten lässt
    und dann
    realloc (DE), wo du den deutschen Feed posten lässt
    ~> Durch die “Teilen” Funktion kannst du dir die Einträge ja auf deine Account-Pinnwand holen, wo auch deine FB-Freunde die Einträge lesen können. :D

    Auf Twitter genau das gleiche. 3 Accounts.
    Einen privaten, wo du persönlicher twittern kannst, wie jeder halt ^_^ und 2 weitere für die jeweiligen Feeds, durch die RT-Funktion kannst du die getwitterten Artikel ja auf deinen priv. Account übernehmen und somit ein bisschen verschmelzen lassen. :)

  2. Hi Steffi,

    meine möglichen Ideen zur Lösung des “Problems” gingen auch schon in die Richtung. Während es bei Facebook recht einfach über Fanpages zu lösen wäre, müsste ich bei allen anderen Networks mehrere Accounts angelegt werden, was jedoch ein ganz erheblicher Aufwand sein kann.

    Andererseits nehme ich an, dass beispielsweise im deutschen Sprachraum niemand Probleme damit hat, wenn Tweets sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache gemacht werden. Mit dem Italienischen ist das aber vielleicht anders.

    Ich bin da noch sehr unentschlossen. Aber vielen Dank für Deine Glückwünsche und die Überlegungen zum Thema! :-)

  3. Glückwunsch zum 5jährigen!
    Zweisprachig bloggen mit allem Zipp und Zapp klingt nach sehr viel Arbeit und Stress. Wenn Du Dir das antun willst und Du denkst, es gibt genug “Abnehmer” dafür, dann ist die Lösung von Steffi schon die richtige. Probier es einfach aus, “Versuch macht kluch” ;-)Auf jeden Fall meinen Respekt dazu.

    Hier hab ich noch einen jungen türkischen Teenager “kennengelernt”, die auch zweisprachig bloggt, aber alles in einem Artikel. -> sonkralice.net

  4. @Chaosweib Vielen Dank auch an Dich!

    Inzwischen zeichnet sich auch eine Veränderung ab, welche mir die Entscheidung quasi abnimmt. Mich hat in ein paar Tagen das normale Arbeitsleben wieder! Mein Freelancer-Dasein pausiert also mindestens für eine ganze Weile.

    Das bedeutet nicht, dass ich nicht mehr blogge. Aber ich muss zusehen, dass ich mit möglichst wenig Aufwand noch entsprechend viel erreichen kann.

  5. @ Chaosweib
    Ich finde es ganz möglich 2sprachige Blogs zu betreuen. Ich tue es selbst. Es heißt mehr Arbeit aber auch Verbesserung in zweiter Sprache, oder?

  6. @Mira Ja, eine Verbesserung oder vielleicht sogar eine Aufwertung stellt es in jedem Fall dar, da bin ich auch ganz sicher.

    In welchen Sprachen bloggst Du denn so?

  7. Respekt! Ich weiß das dass auch viel Arbeit kostet, Texte ubersetzen, aber du kannst es einfach ausprobieren.

  8. Auch von mir nochmal Glückwunsch zum 5 jährigen!!! Blogge zwar nur einsprachig aber auch das kann manchmal schon stress genug sein also viel Erfolg !!!

    MFG Jens

  9. Mathias meint:

    Da steckt ja wirklich sehr viel Arbeit drin. Es ist doch aber schön zu sehen das es den gewünschten Effekt bringt. Mehrsprachig, auch wenn ich es nicht so gut hin bekomme, finde ich großartig.

    Grüße aus Speyer,
    Mathias

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  1. [...] ist für mich ein ganz besonderer Fall im Bereich der mehrsprachigen Blogs, denn Blogger Dennis lebt seit 5 Jahren in Italien und betreibt seinen Blog in deutscher und italienischer Sprache. Seine Themen umfassen unter [...]

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