Querdenkender Webworker mit WordPress-Affinität

WP – Multilingua mit dem Multisite-Feature

In einigen Tagen findet das Wordcamp 2011 in Mailand statt. Auch in diesem Jahr werde ich wieder dabei sein. Statt aber – wie im vergangenen Jahr – „nur“ als Besucher teilzunehmen, habe ich mich diesmal für einen der Slots angemeldet, um auch einmal vor einem Publikum etwas von meinen Erfahrungen weiterzugeben und auf Fragen aus der Community direkt antworten zu können.

Da ich es – durch meine privaten Projekte und durch Aufträge von Kunden – immer häufiger mit mehrsprachigen WordPress-Installationen zu tun habe, lag es nahe, dass ich mich genau auf dieses Thema vorbereite und dabei gleich etwas aufarbeite, dass mir nun schon seit einiger Zeit „auf den Fingern brennt“.

Ich hatte vor mehr als einem Jahr bereits angedeutet, dass ich langfristig auf das WPML-Plugin verzichten und auf das Multisite-Feature bauen wollte, welches mit WordPress 3.0 dann auch tatsächlich eingeführt wurde. Wer weiter auf das Plugin setzen wollte, wurde wohl spätestens im Februar von der Meldung „überrascht“, dass aus WPML nun ein Commercial-Plugin geworden ist.

Es liegt mir fern, eine solche Entscheidung zu kritisieren.

Meiner Meinung nach kann jeder mit seiner Arbeit tun und lassen, was er möchte. Es ist sicher nicht das erste Plugin, welches irgendwann an den Punkt gelangt, kommerziell vertrieben zu werden, und es wird auch nicht das letzte sein. Interessant ist an dieser Stelle vielleicht nur, dass genau diese Art Plugin eine nicht zu unterschätzende Abhängigkeit der WP-Installation herstellt und WPML ursprünglich – wie alle gelisteten WP-Plugins – unter der GPL vertrieben wurde und scheinbar auch in der Commercial-Variante weiterhin als GPL-Software vertrieben wird.

Mich hat diese Entwicklung letztlich einfach dazu bewogen, die möglichen Alternativen nun noch einmal genauer zu betrachten. Auch wenn ein Blick auf die Plugins der Multilingua-Kategorie bestätigt, dass sich hier einiges getan hat, so lässt mich das Gefühl nicht los, dass ich mir die Lösung des „Problems“ mit anderen unangenehmen Überraschungen erkaufe, sollte ich mich auf ein weiteres Sprachen-Plugin einlassen. Lange Rede, kurzer Sinn:

Ich habe mein Blog schließlich in eine WordPress-Multisite transformiert und dazu will ich gern auch noch ein paar Anmerkungen loswerden.

Sichtlich verändert hat sich – oberflächlich betrachtet – nicht sehr viel. Das Blog hat den gleichen Look wie vorher. Im Backend ist die Veränderung dafür aber umso deutlicher. Der Weg dorthin, war allerdings sehr steinig. Eines meiner Anliegen, die URLs meiner Seiten und Artikel möglichst so zu belassen wie sie sind, um ein möglicherweise gutes Suchmaschinen-Ranking bestimmter Inhalte nicht zu gefährden, stellte mich gleich zu Anfang vor ein Problem. Im WordPress-Codex findet sich unter Create A Network ein guter Einstieg, um mit der Materie vertraut zu werden und genau hier bin ich über die Anmerkung, wann sich Multisite-Installationen in Unterverzeichnissen nicht durchführen lassen, gestolpert:

If your existing WordPress installation has been set up for more than a month, due to issues with existing permalinks.

Ohne den geplanten Speech für das Wordcamp hätte ich vermutlich gezögert, die ganze Geschichte bis zu Ende durchzuziehen. Meine Backups waren für diesen Zweck also eher nicht zu gebrauchen (allerdings sollte so eine Aktion auch nie ohne aktuelles Backup durchgeführt werden). Stattdessen habe ich mich dann für den Export meiner Inhalte entschieden, die Datenbank geleert, die Installation angestoßen, die einzelnen Blogs eingerichtet, das Import-Plugin installiert, meine Inhalte in jedes Blog importiert, die nicht benötigten Inhalte aus dem jeweiligen Blog entfernt und mich am Ende dann wieder mal darüber geärgert, dass ich die Blogrolls per Hand wieder herstellen musste, weil die nicht Teil des Exports sind.

Abgesehen von diesen kleinen Unwegbarkeiten gibt es eigentlich nur einen Punkt, der etwas Nacharbeit erfordert: Die Verlinkung der einzelnen Blogs einer Multisite. Möglicherweise bin ich nur schlecht informiert, aber es gibt scheinbar kein brauchbares Plugin, dass sich in die Maske der Artikelerstellung bzw. -bearbeitung einhängt und eine Auswahl von Artikeln des Netzwerkes anbietet, die eine bereits erstellte Übersetzung darstellen könnten. Auch die Custom Fields scheinen mir dafür  geeignet zu sein. Eine entsprechende Funktionalität werde ich für meinen Vortrag sicher noch vorbereiten, aber eventuell bekomme ich ja vorher noch den einen oder anderen Lesertipp.

So, jetzt geht’s bei mir weiter mit dem Bearbeiten der Folien. In diesem Sinne …

Have fun!

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