Querdenkender Webworker mit WordPress-Affinität

Warten auf WordPress 3.0

So wie es ausschaut, wird WordPress 3.0 erst Ende Mai bzw. Anfang Juni offiziell verfügbar sein. Wer so experimentierfreudig wie ich ist, kann sich auch schon die Beta-Version laden und installieren. Bisher habe ich keine größeren Probleme erkennen können, die wirklich gegen einen Einsatz sprechen. Allerdings ist die Liste der Plugins – welche ich hier einsetze – recht übersichtlich, sodass einige potentielle Störenfriede schon im Vorfeld ausgeschlossen sind und meine Website somit nicht unbedingt das Maß der Dinge darstellt.

Ich hab aber doch eine Sache, die mir wirklich auf den Fingern brennt. Vor einiger Zeit hatte ich mich ja zu WPML geäußert. An sich finde ich die Idee und die Umsetzung, eine mit WordPress angetriebene Website mittels Plugin, mehrsprachig zu gestalten, im weitesten Sinne gelungen. Das hinter dem Projekt die klare kommerzielle Absicht steht, Übersetzungen zu verkaufen, sehe ich keineswegs als verwerflich an. Möglicherweise sorgt dieser Fakt auch für eine gewisse Zukunftssicherheit. Schließlich macht man sich mit dem Einsatz eines solchen Plugins schnell “abhängig” und falls die Entwicklung irgendwann einmal eingestellt werden sollte, steht man unter Umständen ziemlich dumm da.

Aber es gibt einige Details bei der Arbeit mit WPML, die mir inzwischen echt auf die Nerven gehen und die mir zudem nicht unbedingt die Gewissheit vermitteln, dass da alles mit rechten Dingen zugeht. Auf meiner  aktuellen WordPress-Installation zeigen sich beispielsweise einige hässliche Fehler in der Ausgabe, wenn man Quickedit benutzt. Der HTML-Header im Frontend wird immer noch mit unnötigem Ballast voll geschmiert und die Links der Blogroll lassen sich weiterhin nicht über die Sprache steuern, was vermutlich nicht nur mich stark stört. Als vorläufige Lösung läuft bei mir deshalb eine zweite Sidebar, wie ich es schon im Artikel WordPress mehrsprachig mit WPML und Hindernissen beschrieben hatte.

Ich hatte das in den Kommentaren zu dem entsprechenden Artikel bereits angesprochen: Mit WordPress 3.0 sollte es meiner Meinung nach recht einfach möglich sein, mehrsprachige Websites bzw. Blogs aufzubauen. Mit dem Multisite- bzw. Multiuser-Feature der neuen WordPress-Release hat man an sich fast alles, was dafür notwendig sein sollte. Was den Einsatz von WPML für mich bisher zwingend machte, war vor allem die Möglichkeit, per Verzeichnis die Installation in einer anderen Sprache laufen zu lassen. Zusätzlich sind die übersetzten Posts jeweils miteinander verlinkt. Das ist aber vielleicht auch der einzige Knackpunkt.

Dieses kleine Problem kann man sehr wahrscheinlich mit ein paar Zeilen Code und  eventuell mit der Benutzung von Custom-Fields umgehen. WordPress und alle Themes, die für den Einsatz in verschiedenen Sprachen vorbereitet sind, liefern oft auch Sprachfiles mit oder  zumindest wird der Download weiterer Sprachfiles angeboten, sodass sich die Arbeit nach der erfolgreichen Installation und Konfiguration wieder auf das Schreiben und das anschließende Verlinken der Artikel in den verwendeten Sprachen beschränkt. Dummerweise liegen der WordPress-Beta und dem neuen Twenty Ten-Theme noch keine Sprachfiles bei (wenn man mal vom .pot-Files absieht) , sodass mein Plan noch warten muss.

Sobald es diesbezüglich Neuigkeiten gibt, werde ich natürlich baldigst dieses Experiment durchziehen und im Anschluss darüber berichten. Have fun!

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Kommentare

  1. Die Mehrsprachigkeit erziehle ich immer auf diesen beiden Wege, je nach Anforderung der Kunden. Bisher entweder WPmu oder WP + WPML. Die Permalinks kann man erweitern, wenn man eine weitere Sprache einsetzt, bzw. den Subblog als Sprachschlüssel nutzen.

  2. @Frank Hier läuft ja momentan WP 3.0 und WPML. Und weil alles recht stabil läuft, hatte ich gehofft, das Ganze eben mal so bei einem anderen Projekt durchziehen zu können, wo WordPress als CMS eingesetzt wird.

    Da hätte ich aber ganz gern auch einmal das Twenty Ten-Theme ausprobiert, weil das bisherige Theme etwas in die Jahre gekommen ist. Zudem wollte ich nicht mehr auf WPmu setzen, wenn 3.0 schon in Sicht ist.

  3. Ist def. eine Lösung für WP als CMS.
    Ich nutze WPmu dann, wenn der Wert eher auf der Administrierung liegt, wenn man also unabhängig von einem Plugin sein will. Aktuell nutze ich auch schon 3.0, mache das dem Kunden aber deutlich – Beta. In der Regel kein Problem, die sind eh meist in einer gewissen Startphase und können sich so einarbeiten.

  4. Gibt es denn bereits Sprachfiles für die neue WP-Version und für das neue Standard-Theme? Ich konnte die bisher leider nirgends etwas Fertiges entdecken. Auf dem Übersetzer-Portal sah auch noch alles recht leer aus.

  5. Nein, gibt es nicht – wir sitzen dran, ist verdammt viel und man kann auch nicht zu früh starten, da sich immer viel verändert.
    In Zukunft wollen wir das als Community-Projekt bestreiten, eine Online-Plattform dafür haben wir fertig.

  6. Ja, das glaube ich gern, dass es richtig viel Arbeit ist. Bisher macht die ganze Lösung aber schon einen sehr guten Eindruck.

    Die fehlenden Sprachen sorgten also bei mir dafür, dass ich das andere Projekt erst einmal warten lasse. Das erscheint mir im Augenblick vernünftiger, als eventuell selbst den Übersetzer zu machen.

  7. Bei ca. 600 Feldern mehr, wird das auch schnell zu einem Zeitaspekt. Das ist Fulltimejob, den man verstehen muss, da die Sprache in WP nicht immer so ist, wie man sie übersetzen würde. Es gibt diverse Besonderheiten und man muss ungefähr wissen, wo der Text im Bezug steht.

  8. Ja, das merkt man ja schon sehr gut, wenn man “nur” ein Plugin übersetzen will, das < 40 Zeichenketten ausgibt. Meiner Frau, die als Übersetzerin arbeitet, dann den Zusammenhang zu erklären, ist manchmal gar nicht so einfach. Und als Nicht-Muttersprachler sollte man wahrscheinlich ganz die Hände davon lassen, wenn man am Ende eine ansprechende Qualität haben möchte.

  9. Die Beta von WP3 hat bei mir einen ähnlichen (guten) Eindruck hinterlassen. Mehrsprachigkeit habe ich unter WP3 noch nicht getestet, da denke ich das sowas besser nicht mit einem Plug-in realisiert werden sollte. qtranslate und WPML sind zwar zwei gute Kandidaten, haben aber eben auch ihre Macken.
    Das von Frank angesprochene Community-Projekt, hört sich sehr interessant an.

    Gruß,
    Andreas

  10. @Andreas Ich hatte mir ja vorher so einige Plugins angesehen, die für die Mehrsprachigkeit einer WordPress-Installation in Frage kamen. Aus heutiger Sicht würde ich auch eher zu MU tendieren, was aber jetzt vom Timing her nicht mehr so clever ist und mich zum Warten zwingt. So what … so lange wird’s ja nicht mehr dauern.

    Mir stößt auch gerade auf, dass WPML die RSS-Feeds teilt, Feedsmith damit nicht zurechtkommt und Feedburner somit nicht aktualisiert. Mal sehen, ob’s da eine “schnelle” Lösung gibt.

  11. Das Trennen des Feed ist auch wichtig für eine saubere Mehrsprachigkeit, ebenso Suche etc.
    FeedBurner muss man dann auf die versch. Feeds aufteilen bzw. endlich weglassen, unnötig. qTranslate sollte man sich mal im Source ansehen – aus meiner Sicht keine Lösung für Kunden und wird auch nicht weiter betrieben, wenn ich richtig informiert bin.

  12. @Frank Bei der Trennung des Feed und der Suche sind wir einer Meinung. Was Feedburner betrifft nicht. Ich weiß, dass ich damit in ein Wespennest steche, wenn ich die Statistik und die Möglichkeit des Auslieferns von Werbung anspreche. Hier hat das ja eher Testcharakter, Kunden sehen das zum Teil viel enger. Da heißt es dann: Entweder langer Feed mit Werbung oder gekürzter Feed, um die Leute auf die Seite zu lotsen.

    Ich sehe mir die Plugins übrigens auch immer gern an. Aus beruflicher Neugier und weil ich auch wissen möchte, was die genau anstellen, um keine bösen Überraschungen erleben zu müssen. Bei qTranslate weiß ich aber nicht mehr genau, warum ich es nicht in die engere Wahl mit einbezogen hatte.

  13. Ohne das Wespennest weiter zu stören; gerade bei Kunden höre ich ungern FeedBurner – ein Service, der von Google bereit gestellt wird, der nach deutschem Recht nie ganze ohne Beobachtung sein sollte und wo man als Unternehmen immer vorsichtig sein sollte. Ich setze eher auf selbst gehostete Lösungen und man kann ja auch via .htaccess o.ä. die Feeds zusammenlegen, in einigen Fällen ändere ich auch die Feeds in WP auf die Kundenanforderung.

    WPML hat aktuell den Vorteil, dass es durch ein Unternehmen betrieben wird, mit einem Hintergrund der Monetarisierung und da gehe ich davon aus, dass die Weiterentwicklung recht sicher ist.

  14. @Frank Ja, in Deutschland kommt sicherlich noch dieser Aspekt hinzu. Hier in Italien wird das ja häufig nicht so kritisch gesehen und ist oft auch nur schwer zu vermitteln.

    Mein Plan sieht vorläufig so aus, dass hier weiterhin WPML laufen wird. Auf einem anderen Projekt hingegen werde ich WordPress 3.0 mit dem “Twenty Ten”-Theme ausprobieren. Schon allein, um ein informierter Beobachter zu sein. ;)

    Die einzige Hürde, die ich da momentan bei einer Lösung ohne WPML sehe (aber für lösbar halte), wäre die Verlinkung der Übersetzungen untereinander.

  15. WPML sollte kein Problem sein, auch wenn 2010 auf viele Funktionen setzt, gibt es doch Hooks bzw. Anpassungen, die da möglich sind. Im Notfall ein Childtheme auf 2010 packen und die Templates anfassen, die nicht gehen.

  16. Ich denke, wenn es dann soweit ist, dass WP offiziell mit den Sprachfiles ausgeliefert wurde, werde ich kurz darauf bestimmt auch von der Umsetzung meiner Pläne berichten.

    Ich bin mir sicher, dass das Thema für viele interessant ist, die WP als CMS entweder bereits einsetzen oder eben noch abwarten, was da zukünftig noch kommt.

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