Wo berühren sich Blogosphäre und Blogosfera?

Um mal an meinem Zwei-Irgendwas-Artikel von gestern anzuknüpfen: Mir stellt sich gerade die Frage, ob (und wenn ja, wie und wo) die deutsche Blogosphäre und die italienische Blogosfera miteinander verknüpft sind. Es ist keineswegs abwegig, davon auszugehen, dass es ganz natürliche Berührungspunkte gibt. Da, wo die Sprachbarriere ganz einfach weg fällt, weil dort beide Sprachen gemeinsam Amts- bzw. anerkannte Minderheitensprachen sind.

Wenn man etwas zur Ausgangslage recherchiert und die Wikipedia zu diesem Thema bemüht, stellt man fest, dass das Deutsche die Muttersprache von etwa 105 Mio. Menschen ist. Circa 80 Mio. Menschen sprechen Deutsch als Fremdsprache. Davon sollen allein 55 Mio. Menschen in der EU wohnen. Damit ist die deutsche Sprache in Europa führend. Etwa 70 Mio. Menschen wiederum sprechen Italienisch als Muttersprache.

Aber auch aufsummiert können beide Sprachen nicht mit der Verbreitung der englischen, französischen oder spanischen Sprache mithalten. Auf Chinesisch will ich gar nicht weiter eingehen. Aber zumindest mit dem Portugiesischen könnte ein Verbund der deutschen und italienischen Sprache locker mithalten. Betrachtet man die installierten Internetanschlüsse in beiden Sprachräumen, wird die Sache noch etwas interessanter.

So wäre beispielsweise Südtirol eine dieser europäischen Regionen, in der sowohl Deutsch als auch Italienisch gesprochen wird. Wenn ich richtig informiert bin, muss man, um sich für einen Posten im öffentlichen Dienst zu qualifizieren, auch ein Zertifikat vorlegen, welches die Zweisprachigkeit bescheinigt. Allerdings sagt das noch nichts darüber aus, ob Bilingualismus auch in den regionalen Blogs zum „Guten Ton“ gehört.

Morgen bin ich beim Blogfest in Riva del Garda. Das ist wahrscheinlich auch für Blogger aus Südtirol ganz bequem zu erreichen, was mich wiederum hoffen lässt, dort vielleicht ein paar Antworten auf die Eingangsfrage zu bekommen, die leider vorerst unbeantwortet bleibt.

Über den Tellerrand geschaut: Weblog-Software

Wer ein Blog betreiben möchte, hat mehr als nur eine Wahl, was die Software-Basis betrifft. Neben einer Lösung, die auf entsprechende Angebote baut, die auch das Hosting übernehmen, wie es beispielsweise bei Blogger.com, WordPress.com oder Twoday.net der Fall ist, gibt es noch mehr als als den Betrieb einer WordPress-Installation auf dem eigenen Webspace, auch wenn das oftmals die gängige Methode ist.

Ich will hier kurz, die einzelnen Open-Source-Software-Lösungen für selbstgehostete Weblogs abseits der hier eingesetzten Installation vorstellen, ohne jedoch zu sehr ins Details zu gehen. Die Liste hat auch den Zweck, mich selbst daran zu erinnern, dass da noch mehr ist, als nur WordPress. Vermutlich werde ich einige Blog-Systeme auch einmal selbst testen, um wirklich Schlüsse ziehen zu können.

Drupal

Drupal läuft mit ganz ähnlichen Anforderungen an das System, wenn man WordPress zum Vergleich heranzieht. Allerdings gibt es zusätzlich noch Unterstützung für andere Datenbank-Server, was durchaus interessant sein kann. Die Version 7, welche sich momentan noch im Alpha-Stadium befindet, wird mindestens PHP 5.2 und MySQL 5.0.15 verlangen, falls keine der anderen Datenbanken zum Einsatz kommen. Die minimale Speicheranforderung wird 40 MB betragen, auch wenn sich das durch Erweiterungen stark ändern kann.

Movable Type

Movable Type sieht auch recht interessant aus. Die Anforderungen an das Zielsystem scheinen allerdings doch recht hoch zu sein, was die Hardware betrifft. Zusätzlich zu PHP und einer der zahlreichen Datenbanken, welche Unterstützung finden, wird Perl benötigt. Im Enterprise-Segment sind das sicher nur Nebensächlichkeiten. Hier ist die Unterstützung der akutellen Oracle- oder Microsoft SQL-Server wahrscheinlich ein Kriterium, das für den Einsatz spricht.

Serendipity

Serendipity oder auch s9y gehört sicher auch zu den bekannteren Lösungen. Eine genaue Angabe zur erwarteten PHP-Version oder den Versionen der unterstützten Datenbank-Server habe ich auf die Schnelle nicht ausfindig machen können. Ich gehe davon aus, dass hier keine größeren Überraschungen zu erwarten sind. Die Software, welche mit einer BSD-Lizenz ausgeliefert wird, ist sicher sehr interessant, zumal auch hier neben MySQL, PostgreSQL und SQLite unterstützt werden.

LifeType

LifeType hatte ich bisher noch nicht wahrgenommen. Falls jemand damit Erfahrungen gemacht hat, würde mich das sehr interessieren. Es wird stark damit geworben, dass es sich um eine Lösung handelt, die so ziemlich alles anbietet, was man von einer Blog-Software erwartet, aber trotzdem viel Wert auf Performance und sauberem Code gelegt wird. Es wird lediglich PHP 4.3.0 und MySQL 3.23 vorausgesetzt, auch wenn aktuellere Installationen empfohlen werden.

Nucleus CMS

Nucleus CMS ist mir auch kein Begriff gewesen, trotzdem der Artikel bei der Wikipedia vor Lob nur so übergeht. Mein Interesse ist aber zumindest geweckt worden, sodass ich wohl eine lokale Installation in der näheren Zukunft mal etwas ausgiebiger testen werde. Die Anforderungen an das System sind auch hier recht gering: PHP 4.0.6 und MySQL 3.23.38, was für niemanden eine ernste Hürde darstellen sollte.

Textpattern

Last but not least folgt Textpattern. Von der Präsentation und der Feature-List her, scheint die Lösung ganz nach meinem Geschmack zu sein. Vorausgesetzt wird auch hier lediglich PHP 4.3 und MySQL 3.23 (empfohlen werden aber auch aktuellere Versionen) und die XML-Erweiterung. Auf Webservern, die nicht auf den Apache, sondern auf Lighttpd bauen oder auf einer Windows-Installation mit IIS basieren, soll Textpattern ebenfalls gut laufen.

Falls ich unabsichtlich eine wichtige Lösung vergessen habe oder es sonst noch Anmerkungen gibt, freue ich mich über eure Kommentare!