Gestern hatte ich begonnen, meine Gedanken zum Thema WordPress-Themes optimieren aufzuschreiben. Ich hatte an sich vor, nur einen ganz allgemeinen Artikel aus Entwicklersicht zu erstellen. Nach einer entsprechenden Menge Text wurde mir aber klar, dass das Thema viel mehr verlangt, wenn es denn gründlich besprochen werden soll, und ich hatte mich deshalb entschlossen, diese kleine Serie zu starten, deren Umfang jedoch immer noch unklar bleibt.
Im ersten Teil habe ich nach einer kurzen Einleitung einige Vorüberlegungen eingearbeitet, die meiner Meinung nach ganz wichtig sind, um a) das Produktivblog nicht in Mitleidenschaft zu ziehen und um b) Änderungen bzw. Optimierungen so einzuarbeiten, dass ein Wechsel des Themes in der Zukunft immer noch ohne großen Aufwand möglich sein wird. Danach habe ich eines der wichtigsten Seiten-Elemente besprochen: das Title-Tag.
Während beim Seitentitel nur einige Nacharbeiten erforderlich sind, fehlen andere ebenfalls wichtige Elemente bei einer WordPress-Installation ohne entsprechende Plugins vollständig. Wenn man sich im Quelltext den Header eines WordPress-Blogs ansieht, fällt auf, dass der Bereich vor Informationen fast überquillt. Eine Beschreibung der Seite, wie sie üblicherweise vom Meta-Tag “description” bereitgestellt wird, sucht man aber vergeblich.
Einige der mir bekannten SEO-Plugins gehen den Weg, dass der Benutzer die Beschreibung als zusätzliche Angabe in den Custom Fields machen kann. Wird das Feld nicht ausgefüllt, werden die ersten Zeilen des entsprechenden Artikels ausgegeben. Wenn man sich überlegt, dass man im Netz nur wenig Zeit hat, einen Besucher zum Lesen des kompletten Posts zu bewegen und schon die ersten Zeilen entscheidend dabei sein können, sollte man schon hier ansetzen.
Ich gehe davon aus, dass die Description nur für die Startseite (deshalb is_home() und is_front_page() je nach Blog), für die Artikel und Seiten (also is_single() und is_page()) und eventuell noch für die Kategorien (is_category()) wichtig ist. Die Beschreibung der Seite soll nach Aussagen von Google keinerlei Einfluss auf das Ranking haben. Trotzdem ist der Einsatz des Meta-Tag insofern wichtig, dass es dem Suchenden in den Suchergebnissen unter dem anklickbaren Titel angezeigt wird.
Die Länge der sogenannten Snippets ist bei Google auf 160 Zeichen beschränkt, die sich über 2 Zeilen erstrecken können. Befinden sich die Suchwörter des Benutzers in der Beschreibung werden diese häufig herausgestellt. Auch vom Description-Tag wird erwartet, dass die Beschreibung unique also einzigartig ist, was ich wieder mit der Funktion my_page_str() sicherstelle, welche schon im Titel der Seite verwendet wurde.
Der Task, eine Seite mitels Meta-Tag “keywords” mit Schlüsselwörtern anzureichern, wird vermutlich von einigen Webmastern stark überbewertet. Dass das Meta-Tag immer noch so häufig anzutreffen ist, kann wahrscheinlich den diversen seit-Internetpräsenzen angerechnet werden, wo sich tausende von Website-Betreibern tummeln, die mehr über den Ist-Zustand der Suchmaschinenoptimierung ihrer Seiten erfahren wollen.
Wenn der Nutzen so umstritten ist, liegt der Schluss nahe, dass man nicht allzu viel Energie in diesen Vorgang investieren sollte. Bei den einzelnen Artikeln könnte man sich damit behelfen, die Schlagwörter und die Kategorien zu verwenden. Die Hauptseite könnte mit einigen vordefinierten Schlüsselwörtern ausgestattet werden. Falls ich hier falsch liege, lasse ich mich gern belehren. Bis dahin sieht meine Lösung für die Bereitstellung des Meta-Tag “keywords” aber so aus:
Das Meta-Tag “robots” ist in meinen Augen weit wichtiger als das Meta-Tag “keywords”. WordPress generiert ja eine ganze Reihe von Seiten, welche die Artikel nach Kategorien, Datum, Autoren und so weiter auflisten. Dazu kommen dann noch die Suchergebnisse, welche meiner Meinung nach auch nichts im Index der Suchmaschinen zu suchen haben. Die Suchmaschinen sollen durchaus Kenntnis von diesen Seiten erhalten und die Links weiterverfolgen, aber es ist wohl nicht zielführend, wenn eine solche Seite bei einer wichtigen Keyword-Kombination vor dem eigentlichen Post rankt.
Standardmäßig nehmen die Spider der Suchmaschinen an, falls auch in der Datei robots.txt nichts anderes vorgegeben wurde, dass sie die Seiten indizieren und den Links folgen sollen. Es schadet aber auch nicht, diese Anweisungen zusätzlich zu notieren. Außerdem kann man noch die Angabe “noodp” notieren, um die Anzeige der Beschreibung aus dem Open Directory Project zu verhindern, sofern dort überhaupt ein Eintrag existiert. Nicht wenige (mich eingeschlossen) stehen dem Projekt sowieso schon skeptisch gegenüber, weil es keinen erkennbaren Grund mehr für einen Nutzen gibt und auch eine Bevorzugung durch die Suchmaschinen nicht mehr erkennbar ist.
Damit schließe ich den zweiten Teil. Auch die heute vorgeschlagenen Funktionen lassen sich – wie schon gestern beschrieben – in der functions.php des Themes oder in einem Custom Plugin auslagern. Bitte betrachtet die Codes nur als Vorschlag. Wer Fragen hat oder Anmerkungen hinterlassen möchte, kann sich als eingeladen betrachten, dies in den Kommentaren zu tun. Im nächste Artikel dieser Serie sollen übrigens die restlichen Elemente des HTML-Headers genauer betrachtet werden.