Querdenkender Webworker mit WordPress-Affinität

Jobsuche im Internet

Der Artikel von Jennifer zum Thema Neue Möglichkeiten der Jobsuche und mein letzter Post zu uCertify haben ja schon ein wenig die Richtung für diesen Text hier vorgegeben. Das Thema „Jobsuche im Internet“ hört sich im ersten Moment vielleicht etwas trocken an, ist aber auf den zweiten Blick gar nicht so uninteressant.

Als ich mich kürzlich mit Freunden darüber unterhalten habe, war meine Verwunderung darüber, wie wenig manche über das Tagewerk eines Freelancers wissen, doch recht groß. Vor allem darüber, wie ich zu den bezahlten Aufträgen meiner Kunden komme, bestand bis dahin eine (sagen wir mal) märchenhafte Vorstellung, die der Realität nicht standhalten kann.

Ist es glaubhaft, dass ein möglicher Kunde mal eben auf der Website eines Entwicklers vorbeisurft, sich einige der aktuellen Texte durchliest und sich dann gleich mal meldet, um mal eben ein paar Aufträge zu besprechen?

Mit einer Website kann man ganz hervorragend geschäftliche Beziehungen etablieren. Aber das sind doch meist langfristige Geschichten, die nicht gleich und sofort dazu führen, dass man am Monatsende die laufenden Kosten begleichen kann. Man muss sich an dieser Stelle eigentlich nur überlegen, welcher Typ Kunde das selbst abwickeln würde: Kleinunternehmen und Existenzgründer beispielsweise, weshalb das zur Verfügung stehende Budget und meine Vorstellungen von der Höhe der Entlohnung da auch sehr oft auseinanderklaffen.

Oder findet mich die Arbeit vielleicht ganz von allein?

Es gibt ganz sicher einige Selbständige, die brauchen eigentlich gar keine Visitenkarten, sondern sollten mit Autogrammkarten durch die Gegend laufen. Da klappt das dann auch, dass die Arbeit sich wie von selbst einfindet. Für den großen Rest sieht die Wirklichkeit aber so aus, wie sie sich auch für jemanden darstellt, der eine Festanstellung sucht. Wenn man gerade etliche Kapazitäten frei hat, was aus tausend verschieden Gründen immer wieder mal vorkommt, dann sucht man sich eben Arbeit.

So kann man auch als Freelancer immer wieder spontane Bewerbungen versuchen. Zudem kann man entweder die großen Jobportale wie zum Beispiel Monster und Stepstone abgrasen oder aber das Ganze bündeln, weil Zeit ja auch Geld bedeutet, und eine der gängigen Jobsuchmaschinen bemühen. Für Deutschland ist mir da iCjobs (http://www.icjobs.de/) ans Herz gelegt worden. Die Website wirbt damit, die meisten Quellen zu berücksichtigen. Bei einigen Suchen, die ich probeweise gemacht habe, ist mir übrigens die Geschwindigkeit, mit welcher die Ergebnisse bereitgestellt werden, sehr positiv aufgefallen.

Was meint ihr dazu? Habt ihr andere Empfehlungen? Oder macht ihr etwas grundlegend anders? Wie sind eure Strategien, um neue Kunden zu finden?

Das könnte Dich auch interessieren:

Kommentare

  1. Ja, als Freelancer hat man es nicht einfach. Die meisten die ich kenne, bekommen ihre Jobs und Aufträge über Empfehlungen. Gerade in der IT-Branche für Entwickler, Software-Architekten usw. ist Networking eigentlich alles.

    Die Idee, selbst auf die Suche zu gehen finde ich aber auch sehr gut. So spart man sich im günstigsten Fall eine teure Vermittleragentur.

  2. Ich stimme Bernd da zu. Hauptsächlich werden Jobs, zumindest bei mir, über Beziehungen und Mundpropaganda vermittelt. Natürlich sollte man deswegen nicht auf eine eigene Webseite verzichten, aber den großen Kundenstrom wird sie wohl nicht vermitteln.

    Was ich auf keinen Fall machen würde, ist in den gerade beliebten Dumping Portalen wie z.B. myhammer.de nach Jobs suchen. Da bieten Leute Preise für ganze Webseiten, die unter meinem Stundensatz liegen 😉

  3. Also ich habe auch mal als Freelancer angefangen und was ich nur jedem empfehlen kann… der erste Schritt sollte meiner Meinung nach immer der in die jeweiligen Themen-Foren sein. Für die meisten Branchen gibt es solche zuhauf und hier werden auch meist Aufträge oder gar Jobs angeboten. Im Zweifelsfall auf eine referenzreiche Agentur zurück zu greifen ist gut, aber mein Weg kostet kein Geld und in jedem Fall lernt man seinen Markt kennen.

  4. Als Freelancer ist es durchaus sinnvoll eine eigene Homepgae zu haben, vor allem wenn man im IT Bereich tätig ist ist eine Homepage als moderne Kontaktmöglichkeit eigentlich nicht wegzudenken!

    • realloc meint:

      Ja, ich will da auch nicht falsch verstanden werden. Natürlich ist ein Website für einen Freelancer eine unverzichtbare Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Aber … nur weil man eine Website hat, kommen die Kontakte nicht von allein zustande.

  5. Naja aber wie in jedem Berufszweig ist doch eine Bereitschaft für Fleiß eine Grundvoraussetzung. Eine Webseite ist nützlich, genau wie Foren und Portale…. aber das sind ja alles keine „Alleinläufer“. Wer Freelancer ist, muss selbst aktiv werden und das nicht zu knapp. Aber wer eben fleißig ist und immer wieder zu Begin auf Kunden- und Auftragssuche geht, der kann sich einen Stamm aufbauen. Ist meine Meinung.

  6. Als Freelancer muss man sich selbst drehen und drehen und wieder drehen. Ist doch aber logisch. Wie in jedem anderen Segment, ist man auch als Freelancer nicht allein. Wenn man auf dem Level ist, bei dem einem ein potentieller Neukunde findet und anschreibt, dann sollte man darüber nachdenken, das Freelancer-Dasein aufzugeben und eine eigene Körperschaft ins Leben rufen. Aber bis dahin heißt es doch für Aufträge selbst Arbeit zu investieren und mit guter Qualität diese Kunden zu Stammkunden machen.

  7. Gute Arbeit – zufriedene Kunden – Weiterempfehlungen … es ist schön wenn ein Rad rollt aber wie Mike schon sagt, das Rad rollt nur wenn man sich selbst dreht.

  8. Dass der Artikel inhaltlich sauber recherchiert und schön geschrieben ist, sieht man ja schon anhand der zahlreichen Kommentare. Dass das Thema auch viele Betrifft ebenfalls. Meine persönliche Meinung deckt sich mit der von Mike. Ich will als Freelancer einen Auftrag, dann muss ich ihn mir auch erarbeiten. So einfach ist das. LG

  9. Hat denn jemand in der Zwischenzeit Erfahrung mit ICJobs machen können? Würde mich ja mal sehr interessieren.

  10. Würde da auch Bernd zustimmen. Es herrscht einfach zu wenig Transparenz. Außerdem gibt es viel zu viele „Scharlatane“, die wenig Leistung und viel blabla verkaufen. Aber wenn man einmal in einen Weiterempfehlungs-Loop gerät, hat das schon so seine Vorteile.

  11. ICjobs war mir noch nicht bekannt. Die anderen genannten Jobbörsen sind mir alle ein Begriff, da ich mit denen während einer längeren Phase der Jobsuche zu tun hatte. Letztlich empfand ich die alle aber als nicht sehr hilfreich, da die Auswahl an Stellen grundsätzlich immer noch größer sein könnte (okay, das ist vielleicht ein dummes Argument, für das die Jobbörsen nichts können) und weil die immer gleichen Firmen und Arbeitgeber die immer gleichen Ausschreibungen dort reinstellen, so dass man nach wenigen Monaten die angebotslisten nur noch überfliegt und sich denkt: Da habe ich es schon versucht, und da habe ich es schon versucht, Bewerbung läuft gerade, die wollen micht nicht, die wollen mich auch nicht, da läuft meine Bewerbung noch… Naja, und als Freelancer zu arbeiten, das traue ich mir einfach nicht zu, da fehlt mir so ein bisschen das selbstständigkeitsgen. Bin wohl eher der Anweisungsempfängertyp.

Deine Meinung ist uns wichtig

*