Querdenkender Webworker mit WordPress-Affinität

I’m at Homeoffice (Paullo, Milan).

Ich diskutiere hin und wieder ganz gern über alle möglichen Belange des digitalen Lebens mit meinem Kumpel Andreas, der übrigens auch der Hoster für realloc’s asylum ist war. Während ich fast jeden neuen Hype begrüße, so wie sich ein Kind über ein neues Spielzeug freut, findet er immer das Haar in der Suppe.

Immer wenn eines dieser neuen megahippen Unbedingt-Dabei-Sein-Muss-Dinger das Licht der Welt erblickt, versuche ich abzuschätzen, ob durch den Einsatz irgendein Mehrwert entsteht, der meine Projekte nach vorne bringt. Dabei interessiert mich in erster Linie, ob sich der entsprechende Service für den Linkaufbau und/oder für die Steigerung des Traffic eignet.

In der Regel gibt es bei derartigen Dienstleistungen den Haken, dass man immer wieder dazu angestiftet wird, zu viele persönliche Daten preiszugeben oder oftmals keine Kontrolle mehr über die eigenen Daten hat, wenn Freunde dies – natürlich in gutem Glauben –  bereits für Dich übernommen haben.

Bei einer Sache komme aber selbst ich nicht mehr mit: Was bringt Leute eigentlich dazu, sich von den LBS-Games gowalla, foursquare oder wie sie alle heißen, permanent überwachen zu lassen? Ich habe bereits versucht, Antworten darauf zu finden, aber ehrlich gesagt, habe ich noch nichts gefunden, was mich wirklich überzeugen konnte.

Also her mit den Antworten! Wer kann mir Argumente liefern, warum man sich zu all den Telediensten nun auch noch diese Form der Telematik antun sollte?

Warum sollten wir, nachdem wir schon durch ständige Erreichbarkeit, so wichtige Dinge wie Distanz und die Möglichkeit zum Abschalten verloren haben, nun auch noch diesen Schritt gehen? Ist da mehr, als nur die Verstärkung des Grundrauschens bei Twitter und Facebook? Ich bin  gespannt, wie die Antworten dazu ausfallen.

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Kommentare

  1. Ich denke mal, dass es unterschiedliche Beweggründe dafür gibt. Diese Dienste stecken ja noch in den Kinderschuhen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass Unternehmen dies zukünftig verstärkt für Kundenwerbung nutzen werden.
    Sofern einen bestimmten Status erreicht hat (Bürgermeister, Mayor und was es nicht alles da gibt), bekommt er einen Einkaufsbonus oder was auch immer.

    Geplant ist ja auch, den besuchten Ort zu bewerten, so dass ich als angemeldeter User entsprechendes Feedback zu Restaurants, Produkten, Ausstellungen etc. von anderen bekomme, die dort schon mal Gast waren oder ein Produkt genutzt haben. So kann ich entscheiden ob es sich lohnt oder nicht.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass es einige anzeckt, vielleicht auf Leute zu treffen, die sie noch nicht kennen, die sich aber zur selbigen Zeit am gleichen Ort aufhalten.

    What ever … die menschliche Psyche ist unergründlich 😉

  2. Hallo Stephan,

    erst einmal vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht so einladend wirkt, eine Beitrag pro LBS-Game zu schreiben, wenn der Artikel schon Kontra ist.

    Wenn die Informationen innerhalb dieser Services bleiben, könnte ich mir vorstellen, haben wohl weit weniger User ein Problem damit. Ist das Streamen zum Twitter- oder Facebook-Account ein zusätzliches Feature, dass man an- oder abstellen kann?

  3. Mmmmhhmm … ich habe Deinen Satz „Ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht so einladend wirkt, eine Beitrag pro LBS-Game zu schreiben, wenn der Artikel schon Kontra ist.“ nicht ganz verstanden. Was meinst Du damit?

    So wie ich es mitbekommen habe, wird derzeit darauf gedrungen, die Informationen innerhalb der Services zu belassen und dem User die Möglichkeit einzuräumen selbst zu entscheiden, ob die Info auf Twitter bzw. Facebook gebracht wird.

    Ich bin im Grunde ein ähnlicher Typ wie Du. Mit allem Neuen erst mal auseinandersetzen und nach Möglichkeit testen. Aber genau an diese Dienste habe ich mich anmeldemäßig auch noch nicht gewagt, da mir derzeit der Mehrwert noch etwas verschlossen bleibt. Meine obigen Ausführungen sind ja auch erst mal nur Mutmaßungen. Aber Potential hätten diese Dienste schon.

    Was ich immer sehr erstaunlich finde ist, dass ja gerade Datenschutz und Privatsphäre sehr stark und gerade von den Nutzern thematisiert wird. Und trotzdem werden extrem viel Informationen durch den User selber und mit seinem vollen Einverständnis ins Netz geblasen.

  4. Aahh, ich bin fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Du einen der Dienste selbst verwendest. Ich hatte nicht geglaubt, dass sich jemand meldet und sich der Diskussion stellt. Deshalb wollte ich anfangs meinen Respekt dafür ausdrücken.

    Die Location Based Services müssen sich sicher einiges einfallen lassen, um User dazu zu bewegen, Bewertungen abzugeben oder Locations überhaupt anzulegen. Insofern ist es sicher naheliegend, dass Ganze als Spiel aufzubauen.

    Warum die Checkins dann auch bei Twitter und FB landen müssen, erschließt sich mir aber immer noch nicht ganz. Vor allem wenn man berücksichtigt, was Du geschrieben hast, dass man dort eben auch für die Datenschutz-Themen sensibilisiert ist. Es sei denn, dass einige der Benutzer gezielt Werbung machen …

  5. Ich habe mir einen 4sq-Account zugelegt, weil mein Twitter-Client fürs Handy das unterstützt. Eigentlich ist es Blödsinn, aber vor allem in Amerika kann man, wenn man „mayor“ einer Gaststätte ist, dort ein kostenfreies Getränk und ähnliches bekommen. Hier könnte man es so nutzen, dass man dank GPS Blitzermeldungen abgibt oder aber Tankstellen und deren Preise meldet, aber das wird sich wohl nicht durchsetzen.

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