Querdenkender Webworker mit WordPress-Affinität

Google Translation API … und Tschüß!

Die Meldung, dass die Google die Translation API aus dem Verkehr zieht, ist ja bereits seit dem 23. Mai diesen Jahres draußen. Seit dem 1. Dezember ist aber nun wirklich Schluss bzw. wird der Service nur noch gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt. Mal abgesehen davon, dass uns Google damit einen seit langem fälligen Dienst erweist, indem uns von nun an all die fragwürdigen Übersetzungen minderwertiger Websites erspart bleiben, tut sich wohl auch der Suchmaschinenriese selbst einen großen Gefallen damit und muss von nun an viel weniger Abfall spidern.

Ich kann bereits die Beschwerden derjenigen hören, die mich davon überzeugen wollen, welch ein Verlust dies für die Besucher der entsprechenden Websites darstellt und/oder wie Klasse gTranslate ist bzw. war. Falls es sich jedoch um ernst gemeinte Argumente handeln sollte, will ich vorsorglich auf die Google Web Elements verweisen. Der Unterschied zur Translation API besteht hier einfach darin, dass die Seiten, welche mit dieser Funktionalität „bereichert“ werden, tatsächlich „on-the-fly“ übersetzt werden und das Generieren unzähliger Versionen der Inhalte in alle nur möglichen Sprachen endlich aufhört.

Ich kann mir vorstellen, dass es aus der Sicht eines verantwortungsvollen SEO auch wesentlich sicherer ist, eigene (optimierte) Inhalte in weiteren Sprachen (der – für den Kunden – möglicherweise interessanten Märkte) zu erstellen bzw. erstellen zu lassen, als sich auf eine maschinelle Übersetzung zu verlassen, die einen Google Quality Rater eventuell noch dazu veranlassen, Teile der Website aus dem Google Index zu kicken. Aus der Sicht des Klienten stellt sich zuerst vermutlich nur die Kostenfrage. Auf den zweiten Blick sollte man hier jedoch auch die Chancen sehen.

Ich denke dabei nicht unbedingt an die Chancen für mich bzw. an den Erfolg meines Multisite Language Switcher (auch wenn ich den Gedanken sehr sympathisch finde). Vielmehr glaube ich, trennt sich hier wahrscheinlich die Spreu vom Weizen, wenn die Konkurrenz aus heiterem Himmel die Kosten scheut, weiterhin ins Ausland zu investieren und nun eben keine Übersetzungen der Webseiten mehr anbietet. Hier bietet sich endlich die Gelegenheit, Kundengruppen fremder Sprachräume mit einer professionellen Übersetzung viel gezielter anzusprechen.

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Kommentare

  1. Gott sei Dank! Zumindest kommen Kunden dann nicht mehr auf die Idee das man günstig dieses Kauderwelsch schalten kann und geben dann doch etwas für richtige Übersetzungen aus. Alles andere bringt sowieso keinen Mehrwert!

  2. Ist besser so. Ich denke eine wirklich professionelle Übersetzung gerät durch solche Services in den Hintergrund.

  3. Da hat uns Google tatsächlich einen großen Dienst erwiesen 😉 Ich finde Webseiten, die über die notwendigen finanziellen verfügen, sollten professionelle Übersetzungsdienste in Anspruch nehmen, die wenigstens lesbar sind. Vielen Dank für Ihren Artikel.

  4. Das ist nun wirklich nicht weiter tragisch um diesen Dienst. Die Übersetzungen waren immer grausig, auch wenn es (vielleicht) möglich war den Sinnzusammenhang zu erfassen. Für Webseiten jedenfalls sehe ich kaum Mehrwert durch dieses Tool.

  5. Google hat für die bezahlbare Übersetzungstechnik viel Zeit und Arbeit hineingesteckt.
    Ich habe gelesen,daß Google für 1Million übersetzte Zeichen 20US-Dollar berechnet.Da kann man von ausgehen,daß wir in Zukunft bessere Übersetzungen der Webseiten bekommen.

    • realloc meint:

      Ich hätte „bezahlbar“ in Anführungszeichen gesetzt. 😉 Wenn man sich überlegt, dass eine qualitativ hochwertige Übersetzung von beispielsweise 1500 Zeichen ab 15 € kostet, ist der Preis des Google-Dienstes immer noch Dumping.

      Ich gehe aber persönlich davon aus, dass eine Website, die ernstzunehmende Inhalte anbietet, weiterhin auf die Dienste eines menschlichen Übersetzers zurückgreift.

  6. Hallo,
    die Übersetzung on-the-fly habe ich bisher immer nur auf asiatischen Webseiten genutzt. Aber für normale Webseiten braucht man das wirklich nicht, bzw. ist die Übersetzung dann auch einfach zu schlecht.

    Unternehmen die ernsthaft interesse an Auslandsgeschäften haben sollten sowieso lieber selbst übersetzen lassen.

    Gruß, Thomas

  7. Ich find das sehr gut. Die Google Übersetzung ist vielleicht für einzelne Wörter bzw. über Chrome ganz sinnvoll, aber wer wirklich seine Kunde in div. Sprachen ansprechen muss, der sollte auch einen vernünftigen Texter/Übersetzer nehmen, mit Google wirkt das nur billig.

  8. Ich bin froh. War ja eher eins der peinlichen Google-Angeboten. 😉 Hat das überhaupt jemand benutzt?

    • @Melanie Ich glaube, das haben eine ganze Menge Leute benutzt. Ich kann mich noch gut erinnern, als gTranslate im WordPress Plugin Directory regelmäßig in den Top 10 anzutreffen war.

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