Querdenkender Webworker mit WordPress-Affinität

Ein paar Wort zur sozialen Online-Kompetenz

Ich glaube, dass ich in der realen Welt mit den sogenannten Soft Skills nicht wirklich punkten kann. Meine nähere Umgebung kennt meine Abneigung, längere Telefongespräche zu führen oder bei Parties lockeren Small Talk zu betreiben. Da wirkt es fast wie ein Witz, dass sich die Massen im Netz immer mehr sozialisieren und nun der Besitz solcher Talente langfristig für den Erfolg oder Misserfolg von Internet-Projekten entscheidend sein könnte.

Noch würde ich nicht behaupten, dass man sich dem nicht einfach verschließen kann, in der Hoffnung, dass der Rummel einfach vorbei zieht und die virtuelle Selbstentblößung somit zu ihrem wohlverdienten Ende findet. Allerdings bieten sich mindestens zwei mögliche Vorteile (und inzwischen gibt es auch genau eine Notwendigkeit), die mich dazu zu bewegen, das Thema Social Networking eben nicht links liegen zu lassen.

Die Notwendigkeit, sich mit dem Thema zu befassen, liegt für mich darin, dass immer mehr Kunden auf diese Kanäle aufmerksam werden und einfach zufriedenstellende Antworten von mir erwarten, wenn sie das Thema ansprechen. Ein möglicher Vorteil ist, vorausgesetzt man hat genügend Kontakte, qualitativ hochwertiger Traffic, der auf den Seiten ankommt. Zudem erweisen sich einige Kontakte möglicherweise als Multiplikatoren.

Bisher hatte ich mich fast nur auf Twitter konzentriert. Das Microblogging in seiner ursprünglichen Form überzeugt mich auch am ehesten und kommt meinem (schon oben genannten) Desinteresse an Small Talk sehr entgegen. Ein Klick reicht und schon ist man den Kontakt wieder los. Die Sache ist natürlich zweischneidig. Kann man mit den Tweets nicht überzeugen, bleiben einem nur die Spammer treu.

Nachdem die erste Welle der Polemik zu Google’s Buzz abgeklungen ist, kann man vielleicht erst einmal schauen, wie sich diese wirklich Geschichte entwickelt. Bisher ist die Akzeptanz ja eher gering und man findet im Netz gefühlt mehr Tipps, wie man den Dienst wieder abschaltet, als Hinweise, wie man geschickt seine Kontakte bei dem Service ausbaut. Vielleicht ist es etwas unklug, gleich von Anfang an auf eine gebotene Möglichkeit zu verzichten.

Von Facebook behaupten einige Stimmen, es würde weit mehr Traffic auf die Websites bringen, als Twitter & Co. zusammen. Da fehlt mir ehrlich gesagt noch einiges an Erfahrung, weil ich bisher eine zu große Abneigung gegen diesen (in meinen Augen) „Spielplatz“ hegte, um mich dort überhaupt aufzuhalten. Mit den sogenannten Fanpages kann sich das ändern, weil man nicht mehr unbedingt jedermanns „Freund“ werden muss.

Einige weitere Dienste habe ich getestet oder werde ich noch testen. Friendfeed läuft bei mir beispielsweise weitestgehend automatisch und Yigg befindet sich noch in der Warteschleife. Für die weiteren Dienste habe ich entschieden, sie in der näheren Zukunft erst einmal  auszuschließen. Sie zielen meiner Meinung nach entweder nicht auf meine Zielgruppe ab oder machen einfach unverhältnismäßig viel Arbeit.

Um noch einmal auf die schon oben erwähnten Multiplikatoren zurückzukommen: Ich meine hier keineswegs selbsternannte Gurus oder Ikonen der inzestuösen deutschen Szene, sondern Macher, die mit Aktionen nicht nur Eigennutz verfolgen, sondern tatsächlich auch etwas bewegen wollen. So werden Linkgeiz und Neid hoffentlich zu temporäre Erscheinungen im deutschsprachigen Internet verbannt.

Abschließend will ich natürlich noch genau solche Aktionen erwähnen. Aktuell gibt es die Aktionen Yigg, Yigg, Hurra! von Alex, Blogger Vernetzung auf Facebook von Markus, Wikio Freunde von Mac_BetH, Deutsche Blogger auf WhatPulse von Piet und vermutlich viele andere, die ich im Eifer des Gefechts vergessen habe oder die ich noch nicht kenne. Falls ihr mich in den Kommentaren auf weitere Aktionen aufmerksam macht, würde ich mich sehr freuen.

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Kommentare

  1. Hi,
    schöner Artikel 😉 Ich denke auch oft über den Sinn oder Unsinn zahlreicher Netzwerke und ob man sich tagtäglich die Mühe machen sollte, diese auszubauen und aufrecht zu erhalten. Denke aber inzwischen, dass alles, was mit der deutschen Blogosphere zu tun hat, unterstützt werden kann.

    Klasse, dass du die in der Zwischenzeit entstandenen Groups und Netzwerke der Blogger erwähntest und z.B. Yigg-BloggerGruppe war mir wegen der seltenen Yigg-Nutzung ganz entgangen. Den Beitritt zur Gruppe habe ich nun nachgeholt.

    Ich weiss nicht, was du von Webnews.de hältst, aber da tummeln sich auch viele Blogger und von Thomas seitens Blogger-World.de wurde vor einiger Zeit eine Gruppe ins Leben gerufen. Vll. kannst du es dir mal auch ansehen. Hier ist der Link: http://www.webnews.de/tag/Blogger

    Bei Facebook mache ich nun auch mit. Twitter läuft bei mir schon seit einer Weile. Auf WhatPulse bin ich auch durch Piet seine Initiative gekommen. Über Wikio hatte ich schon mal berichtet.

    Also demnach auf die Blogger-Groups!

  2. Danke für Deinen Kommentar, Alex. Ich finde es ganz wichtig, die Sachen immer wieder in Frage zu stellen. Insofern war das Schreiben des Artikels auch für das Überdenken notwendig. Viele Sachen werden einfach zu schnell gehypt und man weiß anfangs nie, ob man nicht einer verlorenen Sache nachläuft.

    Webnews habe ich mir schon angesehen und mich natürlich gleich angemeldet.

  3. Hi Dennis,

    ich stand der „Social Media“-Welle anfangs auch eher skeptisch gegenüber, bin aber mittlerweile davon überzeugt, dass sie eine weitere tolle Möglichkeit bieten, sich zu vernetzen und evtl. auch mal neue Sachen zu promoten.

    Twitter und Facebook sind nach meinem Dafürhalten mittlerweile Pflicht und Wikio entwickelt sich zu einer wichtigen Blogger-Plattform – wobei ich da auch noch eher ein Neuling bin.

    Bei Buzz bin ich wiederum der Meinung, dass man G. meiden sollte, wo es nur geht, da sie sowieso schon viel zu viele Infos haben. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich dieser „Social Media“-Markt noch entwickeln wird.

  4. @Gentle Rocker Skepsis ist das richtige Wort, das meine ursprüngliche Einstellung zum dem Thema ganz gut beschreibt.

    Interessant ist aber auch ein weiterer Aspekt, wenn ich das Ganze mal weiterspinnen darf:

    Wenn man sich als Blogger erst einmal auf das Social Media Marketing eingelassen hat, befindet man sich augenblicklich in der Situation (vermutlich ohne Möglichkeit zur Rückkehr), dass man von nun an die eigene Person noch weiter hervorheben muss, vollkommen aus der Anonymität heraustritt und sozusagen an der Entwicklung seines persönlichen Brands arbeitet bzw. die eigene Person (oder den Nick) als Marke herausstellen muss.

    Seht ihr das auch so?

  5. Hi,
    jepp, dass sehe ich auch so. Man taucht in diese Welt von Social Media ein und ist auf einmal von Dutzenden Profilen in den Social Networks umgeben. Natürlich kommt man um die Pflege der Profile und der Entwicklung des eigenen Brands nicht drumherum.

    Vll. kann man dabei als Erstes überall einen einzigen Nick nutzen und den Gravatar dazu und schon hat man für sich selbst etwas bewirkt.

    Die Sache mit der Anonymität gibt es für einen Blogger kaum, so wie ich es sehe und daher was solls! Dann kann man ja nur mit dem Strom von Social Media mitschwimmen und sich damit mehr oder weniger befassen..

  6. @Alex L. Vielleicht habe ich mich mit dem Wort „Anonymität“ etwas falsch ausgedrückt. Ich meinte damit eher, dass man als Person selbst in der Vordergrund rückt.

    Vorher habe ich in den Texten einiger Projekte gern in der Wir-Form gesprochen, auch wenn man nur zu zweit den Content verfasst hat. Zudem hatte ich für jedes Projekt separate Accounts bei den diversen Netzwerken.

    Der Erfolg war natürlich eher bescheiden, weil man auch nicht unbedingt glaubhaft wirkt und der Aufwand irgendwann nicht mehr zu bewältigen ist.

    Irgendwann habe ich mich entschieden wieder meinen ursprünglichen Nick zu benutzen, alte (nicht laufende) Projekte einzumotten und alles etwas zu bündeln.

    Möglicherweise irre ich mich, aber mein Tagesablauf ist viel entspannter geworden und teilweise gibt mir der Erfolg (der sich nun langsam einstellt) auch recht.

  7. Ja, ich verstehe. Und ich habe es aus nackter Unwissenheit auch so gemacht, wobei meine ersten Blogposts vor ein paar Jahren auf Blogger.com immer schön pseudo-mässig verfasst waren 😉

    Dass man mit dem Auftritt der eigenen Persönlichkeit mehr Authentität erzeugt, ist nachvollziehbar. Aber das weiss man anfangs nie bzw. wenn man davor nie auf einem Blog war, stellt man sich solche Fragen wohl kaum.

  8. Hallo Lloc.
    Herzlichen Dank für die Erwähnung der YiGG-Aktion. Nun ist die Gruppe bereits seit 1,2 Monaten am Start und sie wächst immer noch kontinuierlich weiter. Gestern waren es 77, heute schon 79 Mitglieder und das dank tollen Bloghinweisen wie diesem. Herzlichen Dank, angenehmen Start in die Woche und auf yigg’sche Freundschaft,
    Alex

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  1. […] bin bei Dennis seitens Lloc.de in einem der Blogposts auf eine Aktion bei Yigg aufmerksam geworden. Diese Blogger-Aktion wurde […]

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